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Meldung
Date
14. Oktober 2026

Methan aus der Tierhaltung: EU-Emissionen lassen sich um mindestens 20 Prozent senken

Agora Agrar legt auf einer europäischen Konferenz in Berlin erste Schätzungen zum Methan-Minderungspotenzial der Nutztierhaltung in der EU und in Deutschland vor. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutiert der Thinktank, wie sich Minderungsmaßnahmen politisch und wirtschaftlich tragfähig umsetzen lassen.

Berlin, 14. Oktober 2026. Die landwirtschaftlichen Methanemissionen aus der Tierhaltung lassen sich im Durchschnitt der EU durch technologische und Managementoptionen um mindestens 20 Prozent reduzieren. Das zeigen vorläufige Ergebnisse einer neuen Analyse von Agora Agrar, die heute auf der Konferenz „Methan aus der Landwirtschaft mindern: Relevanz, Potenziale & Politikoptionen“ in Berlin vorgestellt wird. Die vollständige Studie erscheint 2027 – die heutige Konferenz ist der Auftakt zu einem intensiven Dialogprozess. Der Analyse zufolge bieten methanmindernde Maßnahmen auf Betriebsebene ein erhebliches Potenzial, die Methanemissionen pro Tier zu senken. Viele Minderungsoptionen, etwa über Futter- und Güllezusatzstoffe, sind technisch bereits heute verfügbar und kosten weniger als 100 Euro pro Tonne CO₂-Äquivalent. Damit liegen sie unter den Kosten, die für die technische Entnahme von CO₂ aus der Atmosphäre gegen Mitte des Jahrhunderts erwartet werden.

Etwas mehr als 60 Prozent der Emissionen des Berichtssektors Landwirtschaft sind Methanemissionen aus der Tierhaltung. Davon entstehen etwa 80 Prozent im Verdauungstrakt von Wiederkäuern und 20 Prozent durch die Freisetzung von Methan aus Gülle und Mist. Der Einsatz von Futter- und Güllezusatzstoffen kann diese Emissionen im Mittel der EU um rund 20 Prozent senken. Die vorläufigen Ergebnisse der Analyse zeigen, dass die Haltungsform einen großen Einfluss auf die Anwendbarkeit der Maßnahmen hat. Länder mit größerem Anteil an Weidehaltung verfügen über geringere Minderungspotenziale. 

Das Klimaschutzprogramm 2026 der Bundesregierung sieht vor, die Treibhausgasemissionen aus dem Berichtssektor Landwirtschaft bis 2040 um mehr als 25 Prozent zu senken. Den größten Anteil daran hat Methan aus der Tierhaltung. Politische Rahmenbedingungen, die klimaeffiziente Technologien in der Tierhaltung fördern, um Wettbewerbsfähigkeit und Klimaziele zu verbinden, sind daher zentral. Das Beispiel Dänemark zeigt, wie erste Umsetzungsschritte gelingen können. Dort sind Milchviehbetriebe seit 2025 verpflichtet, methanmindernde Futterzusätze an mindestens 80 Tagen im Jahr einzusetzen. Die Kosten dafür werden durch staatliche Zahlungen ausgeglichen. 

Die Konferenz dient als Auftakt einer Reihe von Stakeholderdialogen. Neben Nutztierhalterinnen und Nutztierhaltern aus Deutschland, Dänemark und Spanien, die ihre Erfahrungen mit dem Einsatz methanmindernder Maßnahmen aus der Praxis schildern, diskutieren Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette Finanzierungswege. In Diskussionen mit Vertreterinnen und Vertretern der Europäischen Kommission und der Landwirtschaftsministerien in Deutschland und Spanien geht es um die nötigen politischen Rahmenbedingungen.

Die vollständige Studie zur Minderung von landwirtschaftlichen Methanemissionen wird im kommenden Jahr 2027 veröffentlicht. Mehr Informationen finden Sie unter www.agora-agrar.de.